Katzen sehen ihre Besitzer:innen nur als "Dosenöffner"

Katzen sehen ihre Besitzer:innen nur als "Dosenöffner"

Katzen gelten als mysteriös, faul und unabhängig. Sie tun, was sie wollen. Wir kümmern uns um sie, machen das Katzenklo täglich sauber, kaufen schöne Spielzeuge, Kuscheldecken und natürlich nur das Eine Futter. Wenn wir aber mit der Katze kuscheln oder sie streicheln wollen, geht sie weg, faucht uns an oder kratzt sogar.

Außer verwilderten Katzen, sind die meisten Katzen darauf angewiesen, dass wir ihnen regelmäßig etwas zu Essen geben. Gehen wir aus Sicht der Katze tendenziell in Richtung Futter, also in die Küche, Abstellkammer oder den Keller, dann kommt sie uns freudig hinterher. Und im Grunde hat die Katze ja Recht, vielleicht nicht immer, aber mit einer 20- oder 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit bekommt sie etwas zu essen. Unsere Katze hat also erfolgreich gelernt, dass sie etwas zu essen bekommt, wenn sie uns folgt.

Wenn wir das Verhalten unserer Katze ändern wollen, müssen wir uns deshalb ändern. Es gibt inzwischen viele tolle Möglichkeiten, unsere Katze unabhängig von regelmäßigen Fütterungszeiten ihr Essen zu geben. Es gibt Futterautomaten, die zu festgelegten Zeiten Futter freigeben. Ein Futterautomat ist besonders hilfreich, wenn die Katze ihren Dosenöffner täglich, also auch am Sonntagmorgen, um 5 Uhr weckt, weil sie Hunger hat. Der Futterautomat gibt beispielsweise die erste Portion morgens um 5 Uhr frei, sodass man selbst in Ruhe weiterschlafen kann. Damit die Katze auch aktiv wird und sich nicht nur vor den gefüllten Napf setzt, können wir das Trockenfutter zum Beispiel mit Hilfe von Fummelbrettern zur Verfügung stellen. Die Katze muss dann natürlich erst ausprobieren, wie sie an das Trockenfutter herankommt. So lange daneben aber ein gefüllter Futternapf steht, wird die Katze wahrscheinlich den bequemeren Weg wählen. Katzen sind sehr geschickt. Wenn die Katze erstmal verstanden hat, wie sie ihre Pfoten einsetzen muss, um an das leckere Trockenfutter auf dem Fummelbrett heranzukommen, macht sie das von ganzem Herzen und voller Freude.

Wir können das Trockenfutter auch zum Spielen mit der Katze verwenden. Jedes einzelne Pellet des Trockenfutters wird weggeworfen, anfangs nur ein paar Zentimeter und dann immer weiter von der Katze weg. Das ist eine wunderbare Beschäftigung für die Katze, bei der sie ihrem Jagdinstinkt nachgehen kann, während wir gemütlich auf der Couch sitzen. Die Katze rennt durchs Wohnzimmer und jagt dem Trockenfutter hinterher. Wie mit allem, sollten Sie es zumindest am Anfang nicht übertreiben, da die Katze die Jagdtechnik erst erlernen muss. In der Regel sind die kleinen Fellnasen nach 15-10 Pellets müde, anfangs vielleicht bereits nach 4-5 Pellets. Auf einem glatten Fußboden kann es passieren, dass das ein oder andere Stück Pellet unter einem Schrank oder Sessel landet. Und wenn die Katze nicht mehr mit den Pfoten das Trockenfutter hervorangeln kann, müssen wir leider doch aufstehen, um das Trockenfutter hervorzuholen. Somit ist die Katze doch wieder von uns abhängig.

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